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Da VroniPlag Wiki angeblich schon alles durchsucht hat und in Sachen Schavan - aus welchen Motiven auch immer - Arbeitsverweigerung betreibt, habe ich mir mal ein knappes Dutzend Quellen aus der Bibliothek geholt, gescannt und nach verdächtigen Stellen mit einem neuen Tool gesucht. Dank an den renommierten Plagiatsforscher Dr. Stefan Weber, der unter http://www.plagiatsgutachten.de den Hinweis auf Niklas Luhmann gab.

Stichwort: "Spitze des Eisbergs"

Auf eine Kategorisierung wird bewusst verzichtet. Es handelt sich sicherlich nicht um eindeutige Plagiate der Kategorie A. Aber diese Form des Paraphrasierens sollte man "nicht unter den Tisch fallen lassen." Einige werden einwenden, dass es teilweise ersichtlich ist, dass hier Gedanken von Luhmann wiedergegeben werden. Wie bei allen Dingen, darf man unterschiedlicher Meinung sein.

Grün imho richtig zitiert

Rot verdächtige Übereinstimmungen, die geprüft werden sollten, ob sich eine Fragmentierung lohnt.


Schavan S26 Z1-9
Uexküll arbeitet den Zusammenhang von Organausstattung und
Umwelt des Tieres heraus und stellt fest, daß jede Tierart
ihre artspezifische Umwelt hat, die er in "Merkwelt" und
"Wirkwelt" teilt. Durch seine Sinnesorgane ist das Tier
nur für bestimmte Reize empfänglich, die die auslosenden
Merkmale für sein Tun liefern. Dieses Tun wird bestimmt von
seinen Wirkorganen, den Gliedern und den Mundwerkzeugen, die
ihm wiederum nur die Einflußnahme auf einen bestimmten
Teil der Umgebungen, die jeweilige Wirkwelt, ermöglichen.


Buytendijk_1958 40 Z5-7

Er hat nachgewiesen, daß jedes Tier mit seiner artspezifischen
Umwelt in einem Funktionskreis verbunden existiert.
S40 Z15-21
Jede Tierart hat ihre Umwelt, in der v. UEXKÜLL die ‹Merkwelt› von
der ‹Wirkwelt› 1 unterscheidet. Durch seine Sinnesorgane ist jedes
Tier nur für bestimmte Reize empfindlich. Sie liefern die Merkmale,
die das Tun auslösen. Dieses Tun wird aber von den Wirkorganen, den
Gliedern, den Mundwerkzeugen bestimmt, mit denen es auf einen Teil
der Umgebung (Wirkwelt) einen Einfluß ausüben kann.

Anmerkung: Insgesamt ein Beispiel für durchgängigen Exzerpt-Stil,
ohne Übernahmehinweis auf Quelle Buytendijk im Wechsel mit Zitaten


Seite 46 FN 1

Die Quelle Klafki fehlt imho im Literaturverzeichnis.... somit Durkheim auch.


Schavan 64, 29-34

d.h. die Identität des Menschen ist

nicht durch seine Existenz als lebender Organismus per se

gesichert. Sein Erlebens- und Verhaltenspotential ist viel

größer als zur Einheit eines sinnvollen menschlichen Daseins

nötig. Der Mensch bildet seine Persönlichkeit aus, indem

er sich zum System macht, demgegenüber er Informationen, die

er sich nicht selber zurechnet, abgrenzt.

"Die Potentialitäten des Ichs bleiben aber eine ständige

Bedrohung seines Persönlichkeitssystems. Er braucht deshalb

Kontrollinstanzen, die darüber wachen, daß das Ich die Grenzen

seiner Persönlichkeit nicht sprengt - und eine solche

Kontrollinstanz, die höchste in einer komplizierten Struktur

der Selbsterhaltung, ist das Gewissen." 1)



Luhmann_1965,264 5-16

Die Identität des Menschen ist durch seine Existenz als lebender Organismus

nicht ausreichend gesichert. Sein Erlebens- und Verhaltenspotential

ist weit größer als der Bereich von Informationen, die er zur

Einheit eines sinnvollen persönlichen Daseins zusammenordnen kann.

Deshalb bildet der Mensch sich zu einer Persönlichkeit aus. E r macht

sich selbst zum System, indem er unterscheidende Grenzen gegen eine

Umwelt von Informationen zieht, die er nicht sich selbst zurechnet. Die

Potentialitäten seines Ichs bleiben aber eine ständige Bedrohung seines

Persönlichkeitssystems. E r braucht deshalb Kontrollinstanzen, die d a rüber

wachen, daß das Ich die Grenzen seiner Persönlichkeit nicht

sprengt - und eine solche Kontrollinstanz, die höchste in einer komplizierten

Struktur der Selbsterhaltung, ist das Gewissen.


Schavan 66, 1-7

Die Gewissenserfahrung vollzieht der einzelne in der jeweils

gelebten Gegenwart, die Vergangenheit und Zukunft trennt.

Dem Gewissen ist deren Zusammenfassung aufgegeben. Mit der im

Rahmen der Gewissenserforschung sich stellenden Frage, ob ich

eine künftige Handlung auf mich nehmen kann oder nicht, stehe

ich gleichzeitig vor der Entscheidung zwischen dem, was ich

bin, sein kann und sein will.

Im anderen Fall, in dem eine

Handlung bereits vollzogen und darin eine Wahlmöglichkeit

verpaßt ist, zwingt das Gewissen, "sich ungeachtet des Zeitlaufs,

ihn dadurch überwindend, durch das eigene Handeln zu

identifizieren." ^



Luhmann 266, 22-29

die Gewissenserforschung

vollzieht man in der jeweils gelebten Gegenwart, die

Vergangenheit und Zukunft trennt. Deren Zusammenfassung ist nun

dem Gewissen selbst aufgegeben. Die, ob Frage ich mit einer vergangenen

Handlung weiterleben kann und wer ich dann sein werde, h a t eine

andere Problematik - insbesondere ein anderes Verhältnis zum Tode -

als die Frage, ob ich eine künftige Handlung auf mich nehmen kann

oder n ic h t16 In diesem Falle kann ich das, was ich geworden bin, sein



267 1-7

kann und sein will, offen zur Entscheidung stellen und wählen zwischen

mir selbst und jenem Handeln, das mich zu einem anderen machen

würde. Nach der Tat ist diese Wahlmöglichkeit vertan, und das Gewissen

zwingt dann zur Identifikation mit der Vergangenheit, zu der Erkenntnis,

daß ich auch jetzt noch und für immer einer bin, der so handeln

konnte. Das Gewissen fordert mich dann auf, in den Trümmern

meiner Existenz die verbleibenden Möglichkeiten neu zu o rd n e n 17. Das

kann auf verschiedene Weisen geschehen - auch ohne Reue zum Beispiel

dadurch, daß ich meine Tat als Gesetz der Welt verstehe und mich

zwinge, mit einer Weltauslegung weiterzuleben, die meiner Tat ent-
spricht18. In jedem Falle ist jedoch die Struktur der Gewissensfrage

in dem Zwang gegeben, sich ungeachtet des Zeitlaufs, ihn dadurch überwindend,

durch das eigene Handeln zu identifizieren.

Anmerkung die letzte FN auf Seite 65 bezieht sich auf Luhmann 266 der auf der nächsten Seite folgende Absatz ist allerdings ebenfalls nachfolgend auf 266 zu finden, währen FN 1 auf Seite 267 verweist. Somit ist von diesem Zwischenteil nicht klar, dass hier Luhmann abgewandelt wurde.



Schavan 65, 12-14

Während Fehler in diesem Handlungsbereich möglicherweise

peinlich, dann aber doch schnell reparierbar sind, wiegen

Fehlhandlungen und -reaktionen schwerer, mit denen "ganze

Rollenbereiche diskreditiert" werden.3)



3) Luhmann wählt als Beispiele:“...wenn einem Gelehrten

Plagiate nachgewiesen werden, ein Offizier Angst zeigt, ein

Ehegatte untreu wird" (ebd. S.265).


{C}Luhmann 265, 14-18

Darstellungsfehler dieser

Art mögen peinlich sein, aber die Schäden sind reparierbar. Eine geschickte

Regie der eigenen Würde kann solche Versehen vermeiden;

Takt der Mitmenschen hilft über ihre Folgen hinweg.

Schwerer wiegt es, wenn ein Handeln ganze Rollenbereiche diskreditie

rt und für die Persönlichkeit unzugänglich macht - wenn einem Gelehrten

Plagiate nachgewiesen werden, ein Offizier Angst zeigt, ein Ehegatte

untreu wird.


Schavan 66, 23-24

Das Gewissen identifiziert die Persönlichkeit

mit ihrem Verhalten, "indem es ihr zeigt, was sie ist und was

sie sein kann." Es steuert und reduziert ihre Wahrnehmung vom

Ich-Potentialitäten im Sinne der Identitätserhaltung.

Schließlich sucht das Gewissen "nach einer Lebensformel, die

Vergangenheit und Zukunft zusammenfaßt. Es entschließt sich für

die Zukunft nicht durch Leugnung seiner Vergangenheit, sondern

gerade im Lichte der Erkenntnis seiner faktisch gewordenen

Identität, die das unveränderlich Gewesene festlegt." 4)


{C}Luhmann_1965 285, 286 1-2

Indessen ist die Ausgangsvorstellung zu verwerfen. Das Gewissen ist

nicht eine Stimme, sondern eine Funktion. Es dient nicht dazu, die P e r-

sönlichkeit von ihren Taten zu distanzieren, indem es das Verhalten n u r

„vorwirft“ ; sondern es identifiziert die Persönlichkeit mit ihrem Verhalten,

indem es ihr zeigt, was sie ist und was sie sein kann. Es sucht

nach einer Lebensformel, die Vergangenheit und Zukunft zusammenfaßt.

Es entschließt sich für die Zukunft nicht durch Verleugnung seiner

Vergangenheit, sondern gerade im Lichte der Erkenntnis seiner faktisch

so gewordenen Identität, die das unveränderlich Gewesene festlegt.



Schavan, 67, 19-25

Während in diesem Fall der Schaden in dem Rollenzusammenhang

auftritt, in dem auch der Gewissenskonflikt provoziert ist,

werden häufiger durch einen Gewissensspruch am Problem nicht

beteiligte Rollenbeziehungen geschädigt. So wird manch einer,

der für eine Familie zu sorgen hat, in anderen Rollenbeziehungen,

z.B. in Bereichen des öffentlichen Lebens auf Entscheidungen

nach seinem Gewissen verzichten. {C Schavan Seite 98:

Vom autoritären Gewissen, das möglicherweise nur eine
Vorstufe in der Gewissensentwicklung ist, unterscheidet
Fromm das humanistische Gewissen. "Es ist die eigene Stimme,
die in jedem Menschen spricht und die von keinen äußeren
Strafen und Belohnungen abhängig ist." Das humanistische
Gewissen ist die Reaktion unserer Gesamtpersönlichkeit auf
deren richtiges oder falsches Funktionieren, wobei die
Reaktion nicht auf Einzelfunktionen erfolgt
, sondern
"auf alle Fähigkeiten, die unsere menschliche und individuelle
Existenz ausmachen".

In einer Sekundärquelle steht:

Immer wieder umschreibt E. Fromm das autonome Gewissen mit neuen Formeln: Es ist
die Reaktion unserer Gesamtpersönlichkeit auf deren richtiges oder falsches
Funktionieren
", „die Stimme unseres wahren Selbst, die uns mahnt,
produktiv zu leben und uns voll und harmonisch zu entfalten", „die Stimme
unserer liebenden Besorgtheit um uns selbst"26.

26 E. Fromm, Psychoanalyse und Ethik, Zürich 1954,174 f. Vgl.R. Funk, Mut zum Menschen.
Erich Fromms Denken und Werk, seine humanistische Religion und Ethik, Stuttgart 1978,
191-194.


Anmerkung: Wenn die Sekundärquelle an dieser Stelle Fromm wörtlich zitiert muss Schavan folglich hier ein Komplett-Plagiat geliefert haben. Kann das bitte jemand prüfen, der Fromm als Quelle hat? Goalgetter 21:21, 31. Mai 2012 (UTC)

Habe Fromm selbst nicht da, aber das Zitat findet man auch an anderen Stellen im Internet, z. B. in dieser Dissertation: http://hss.ulb.uni-bonn.de/2009/1844/1844.pdf Es scheint also tatsächlich wörtlich von Fromm zu sein. 78.47.109.6 21:46, 31. Mai 2012 (UTC)




{C}Luhmann 1965, 271, 18-27

In diesem Fall tritt der Schaden in dem Rollenzusammenhang auf,

der den Gewissenskonflikt provoziert. Der Gewissensspruch kann aber

auch andere Rollenbeziehungen stören, ja zerstören, die mit der Problemsituation

gar nichts zu tun haben und sie daher auch nicht regulieren

können. Ein gutes Beispiel dafür ist die notwendige Rücksicht

auf die Familie. Wer für eine Familie zu sorgen hat - man kann wohl

auch allgemeiner sagen: Wer geliebt wird - , kann sich eben dadurch gebunden

fühlen, in anderen Rollenbeziehungen, zum Beispiel im staatlich-

politischen Bereich, aber auch im kirchlich-religiösen Leben,

nicht nach seinem Gewissen zu entscheiden.

{C}Anmerkung: Es geht zwar davor siehe FN. um Luhmann S.271, aber hier hätte ein „vgl. ebd. 271“ Abhilfe geschaffen.


Schavan 69, 32-33, 70, 1-3

Der deklarierte Sinn der Gewissensfreiheit liegt

darin, dem bedrängten Gewissen zu Hilfe zu kommen und dem

Menschen zu ermöglichen, nach seinem Gewissen zu handeln.

Die Anerkennung von Würde und Freiheit des Menschen muss für

das Gewissen des einzelnen "höheres Recht und höhere Wahrheit

in Anspruch nehmen, die zu respektieren andere Menschen

verpflichtet sind" 1) 1) ebd. S. 276. = Luhmann_65


{C}Luhmann, 276, 22-32

Ganz anders freilich lautet der deklarierte Sinn, die offizielle Ratio

der Gewissensfreiheit. Sie gibt als ihren Zweck an, dem bedrängten Gewissen

zu Hilfe zu kommen und zu ermöglichen, daß der Mensch nach

seinem Gewissen leben kann. Sie orientiert sich dabei am „Wert“ der

Würde und der Freiheit des Menschen, verliert aber in ihrem Pathos

den konkreten Einzelmenschen und sein individuelles, für andere gänzlich

unverbindliches Gewissen aus den Augen 33. Sie muß für das Gewissen

des Einzelnen höheres Recht und höhere Wahrheit in Anspruch

nehmen, die zu respektieren andere Menschen verpflichtet sind; und das

kann sie nur, wenn sie nicht jeden beliebigen Inhalt als gewissensfähig

anerkennt.

Quelle: Luhmann, Niklas: Die Gewissensfreiheit und das Gewissen. In: Archiv
des öffentlichen Rechts. 90 (1965). S. 257-286.

Der von Schavanplagger eingetragene Fund (Quelle Lilly Zarncke, 1962) AS 334/335 wurde nicht bestätigt.

Es zeigen sich starke Zweifel deshalb wurde der Text entfernt. Von welchen Interessen und Motiven Schavanplagger und die trollende IP geleitet wurden? Wir werden es wohl nie erfahren.

Hi GG, habe weitere Fundstellen im Format einer PDF-Datei hier abgelegt. Kreuzritter 22:51, 14. Mai 2012 (UTC) Wenn du noch ein paar Bemerkungen zusätzlich lesen willst, dann klicke hier :) Kreuzritter 23:29, 14. Mai 2012 (UTC)

Well done Kreuzritter! Das ist echt ein lustiges Fragment Patch-Work hier. Das erinnert an die ersten Wochen von VroniPlag Wiki. Bevor die Bürokratie Einzug hielt... ;-) 188.193.158.160 01:13, 15. Mai 2012 (UTC)

Sehr spannend! Ist Schavanplag schon darüber informiert? Kann man mit Schavanplag kooperieren? Verwirrter 09:23, 15. Mai 2012 (UTC)

Hier wird schon kooperiert. Leg einfach deine Funde ab wie Kreuzritter. Schavanplag wird sie schon irgendwann entdecken und ggf. in seine Aufstellung aufnehmen. Goalgetter 13:19, 15. Mai 2012 (UTC)

Hallo Goalgetter. Soll sich jeder Beiträger einen Blog einrichten wie Kreuzritter und die Dokumentation dort verlinken als PDF-Datei? Ich kenne bisher nur Guttenplag, habe dort aber nur aufmerksam gelesen und nicht selbst beitragen. Mit der Technik kenne ich mich leider nicht aus. Ist also nicht geplant, alles hier zusammenzuführen wie damals bei Guttenplag, damit man an einer Stelle eine Gesamtübersicht hat? Viele Grüße, Verwirrter 14:06, 15. Mai 2012 (UTC).

Zusammenarbeit klappt doch. Im Netz muss man nicht an einem Platz zusammenhocken, um zusammenzuarbeiten. Wie Goalgetter schon ahnte, schavanplag (wordpress.com) hat bereits 2 Fundstellen, welche ich veröffentlichte, hinzugenommen (Seite 26, 34 der Diss). Goalgetter hat oben Fundstelle S. 26 hinzugefügt. Geht doch!
Fragen stellen könntest Du / könnten Sie auf der Diskussionsseite von einem der User hier, okay? Kreuzritter 14:36, 15. Mai 2012 (UTC)
Ich finde mich noch nicht so gut zurecht. Deshalb herzlichen Dank für die Hinweise und das Angebot, bei Fragen auf den Diskussionsseiten nachzufragen. Verwirrter 15:32, 15. Mai 2012 (UTC)
Notfalls kannst du mich auch anrufen oder anonym anmailen. Helfe dir gerne, Kreuzritter und andere ebenso... Goalgetter 22:45, 15. Mai 2012 (UTC)

Ich bin der Luhmann-Spur weiter nachgegangen. Eine weitere Quelle könnte Luhmann, Niklas: Das Phänomen des Gewissens und die normative Selbstbestimmung der Persönlichkeit. In: Böckle, Franz/Böckenförde, Ernst-Wolfgang: Naturrecht in der Kritik. Mainz 1973. S. 223-243 sein.

Schavan, S. 62f.:

"Luhmann äußert die Vermutung, daß das Gewissen im Bereich jener Strukturen und Prozesse liegt, die zur Selbstidentifikation der Persönlichkeit beitragen. [...] Über soziale Bedingungen zur Konsistenz von Ich-Identität lassen umfangreiche Forschungen über Interaktionssysteme neue Schlüsse zu. Für unseren Zusammenhang bedeutsam ist die Erkenntnis, daß alle Interaktionen - soweit die Partner einander als kontingent handelnde Subjekte voraussetzen - gesteuert werden durch "Erwartung von Erwartungen", d.h. man erkennt, daß der Partner entsprechend seinen eigenen Erfahrungen und Erwartungen handelt, betrachtet ihn so als anderes Ich und versucht sich selbst mit den Augen des anderen, in dessen Erwartungsstruktur und Bewußtseinshorizont zu sehen, um seine Verhaltenswahlen verstehen und möglicherweise voraussehen zu können."

Luhmann 1973, S. 224f.:

"Zu vermuten ist, daß das Phänomen des Gewissens im Bereich derjenigen Strukturen und Prozesse liegt, die zur Selbstidentifikation der Persönlichkeit beitragen. [...] Im Bereich der sozialen Bedingungen der Konstitution von Ich-Identität kann man heute auf umfangreiche, vor allem sozialpsychologische Forschungen über Interaktionssysteme zurückgreifen. Danach kann es als gesichert gelten, daß alle Interaktion, sobald die Partner einander als kontingent handelnde Subjekte voraussetzen, durch kompliziert gebaute Erwartungsstrukturen gesteuert sein muß. Sobald man nämlich in Interaktionen davon ausgeht, daß der Partner anders handeln könnte und sein Handeln an eigenen Erwartungen und Erfahrungen steuert, erkennt man den anderen als anderes Ich. Man muß dann sich selbst mit den Augen des anderen, in dessen Erwartungsstruktur und dessen Bewußtseinshorizont sehen, man muß die Erwartungen des anderen erwarten können, um seine Verhaltenswahlen verstehen und voraussehen zu können."

Was meinen die anderen? Verwirrter 08:08, 16. Mai 2012 (UTC)

Hallo Verwirrter, für einen 'Verwirrten' eine erstaunlich unverwirrte Beobachtungsgabe :)
Leider komme ich erst jetzt zu einer Antwort, sind hier eben (noch?) kein "Schwarm" :)
Mein Kommentar: Nur teilweise umformulierte Textübernahmen, ansonsten wörtliche Übernahmen ohne Kennzeichnung, die auf wörtliche Übernahmen hinweist! Im Gegenteil: FN 1 bringt eine nachfolgende wortgleiche Textstelle aus der Quelle mittels diesmal korrekter Zitierung und erzeugt damit den Eindruck, dass vorausgehender Text zwar referiert, aber eigenständig formuliert ist. Ebensolches gilt für das eingestreute Zitat „Erwartung …“: Auch dadurch wird der Eindruck verstärkt, dass der übrige Text eigenständig formuliert ist.
Werde Deine / Ihre Beobachtung wohl auch zusätzlich in meinen 'Teil 2' 'plagiieren' ;) - passt nämlich sehr gut zu dem von mir dort beschriebenen 'Muster' Kreuzritter 12:44, 17. Mai 2012 (UTC)
Danke für die Anmerkungen! Ich denke auch, so kann man nicht paraphrasieren und damit passt es gut in das von Ihnen beschriebene Muster. Übernehmen Sie es gerne in Ihre Dokumentation! Mehr habe ich bislang jedoch aus Luhmann 1973 nicht gefunden. Allerdings konnte ich das nur händisch abgleichen. Verwirrter 21:09, 17. Mai 2012 (UTC)
Stimme Kreuzritter zu, ein weiterer Fund. Die Plagiate sind immer wieder gleich gestrickt. Am Ende muss Schavan wohl geglaubt haben, man darf das so machen. Bei dem Thema kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das ohne ein reines Gewissen gemacht hat. Mr. Clean 13:33, 18. Mai 2012 (UTC)
Hi Verwirrter, hatte eben erst festgestellt, dass diese Fundstelle übernommen wurde, aber dass die hier erfolgte Erstveröffentlichung nicht kenntlich gemacht war. Habe ich gerade nachgeholt und wird in v5 korrigiert sein.
Ich finde nämlich, dass, wenn man dezentral (zusammen)arbeitet, man zwar die Fundstellen anderer Sucher natürlich übernehmen darf, die Übernahme sollte aber die Erstveröffentlichung deshalb kenntlich machen, weil in diesem Fall kein 'Schwarm' in einem gemeinsamen Wiki eine gemeinsame Dokumentation erstellt. Sonst könnte man ja auch ganz unverfroren alle Fundstellen von schavanplag,wordpress.com schlicht übernehmen, umschreiben und mit dem Namen der eigenen Seite verbinden, also sich die Fremdleistung als dem Anschein nach eigene einverleiben. Um einen solchen Eindruck zu vermeiden, habe ich bewusst keine Seite noch einmal bearbeitet, die von 'Robert Schmidt' nach angeblicher Durchsicht aller Quellen als angeblich vollständiges Inventar von Fundstellen ursprünglich (am 2.05.) veröffentlicht worden war. Inzwischen sind dort Fundstellen von 6 Seiten, die bei mir zuvor dokumentiert waren, nachträglich, obwohl doch alles angeblich durchsucht war, nachgetragen worden, eingepasst in das eigene Darstellungssystem mit eigenständiger Begründung, ohne Hinweis auf die Erstveröffentlichung. Das ist in meinen Augen unkollegial und auch ausgesprochen merkwürdig, wenn es hier doch um genau das Thema der Kenntlichmachung und der Suggerierung von Autorenschaft geht, genannt "Plagiatssuche". Es geht mir gar nicht um so was wie CC license, es geht um Anstand. Ach, übrigens: Vielen Dank für die mir übermittelten freundlichen Worte! cu Kreuzritter 00:45, 31. Mai 2012 (UTC)

Beim Durcharbeiten von Nuttin, Josef: Psychoanalyse und Persönlichkeit. Freiburg 1956 ist mir folgendes aufgefallen:

Schavan, S. 78

"Zu ihm gehört alles, was im psychischen Bereich ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, vor allem die aus der Körperorganisation stammenden Triebe."

Nuttin 1956, S. 51

"«Sein Inhalt ist alles, was (im psychischen Bereich) ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, vor allem also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe.»(Fußnote 3: Siehe das letzte Werk Freuds im Nachlaß: Abriß der Psychoanalyse. Gesammelte Werke, XVII, S. 67-68.)"

Die Autorin zitiert im Umfeld dieser Stelle aus Freuds Gesammelten Werken. Diese Stelle ist jedoch nicht gekennzeichnet als in Teilen wörtliches Zitat. (Mir liegt Freuds Gesamtausgabe aktuell nicht vor. Das müsste man noch überprüfen.) Verwirrter 13:41, 19. Mai 2012 (UTC)


Schavan Seite 306, Zeile 18

Da steht der Begriff "Dualunion" in Anführungsstrichen. Erst in der Mitte auf Seite 307 erfolgt dann die Erklärung der Herkunft. "Wir übernehmen den von E.Kutter geprägten und auch von A.Nowak verwendeten Begriff 'Dualunion' zwischen Mutter und Kind." 6)

6 ) Kutter,E.: Die Krankheitslehre der Psychoanalyse. (Hrsg.: W.Loch,S.Hirzl). Stuttgart 1967. S. 166f.
Nowak,Antoni J. : a.a.O. S. 56.

Anmerkung: Das ist eher die Kategorie - kleiner Mangel. Die Herkunft des Begriffs hätte in eine Fußnote an die Stelle der ersten Nennung gut gepasst. Goalgetter 06:30, 23. Mai 2012 (UTC)

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